Leistungsspektrum
Osteopathie
Was ist Osteopathie?
Meist sind Schmerzen die Veranlassung , sich in eine Behandlung zu begeben;
ein Rückenschmerz vielleicht, ein Gelenk, der Kopf. Meist wird man
auch an dieser schmerzhaften Stelle behandelt - eine Spritze, "einrenken"
Was macht der Osteopath?
Hier läuft die Sache etwas anders. Sie werden zuerst genau befragt: seit
wann, wie genau, alle Begleitumstände, Ihr ganzes Leben wird durchforstet
nach Krankheiten, Unfällen, Operationen, Problemsituationen. Dann
werden Sie untersucht, Im Gehen, Sitzen, Liegen und zahlreiche Tests unterzogen
– auch überall da, wo`s nicht weh tut!
Es wird die Beweglichkeit der inneren Organe überprüft und die
Mikrobewegungen des Kopfes. Der Osteopath verfolgt die Spur Ihrer Beschwerden
zurück bis zu den Ereignissen, an die Sie sich selbst möglicherweise
gar nicht mehr erinnert haben.
Ungeahnte Zusammenhänge
Ihr
Rückenschmerz ist vielleicht die Folge einer Entzündung im Bauchraum
(der Leber zum Beispiel), die schon längst abgeheilt ist. Als Folge
dieser Entzündung sind Bänder, an denen die Leber befestigt
ist verkürzt und ziehen an bestimmten Wirbeln; wird diese erhöhte
Spannung nicht beseitigt (was dem Osteopathen durch sanfte „Techniken“
möglich ist), kann der Schmerz nicht langfristig verschwinden.
Diese
beschriebene Verbindung Leber und Brustwirbelsäule ist nur eine von
Millionen anderen im gewaltigen Netzwerk des Körpers. Osteopathen
beschränken sich keineswegs auf die Behandlung von Knochen und Gelenken,
wie der Name vielleicht denken lassen könnte (os=griechisch "Knochen")
, sondern beziehen Bänder, Faszien, Gefäße- und Nervensystem,
Innere Organe, Rückenmarkskanal, Gehirn und Gehirnhäute mit ein.
Leben ist Bewegung
Was ist eigentlich, wonach der Osteopath sucht?
Der entscheidende Punkt ist die Beweglichkeit. Alles Lebendige, jede Körperstruktur muß sich in dem von der Natur vorgesehenen Rahmen bewegen können. Tut es das nicht, entsteht eine Funktionsstörung, die wieder Folgen an weit entfernte Stellen im Körper auslösen kann. Aus dieser gestörten Funktion kann, wenn sie weiter besteht, eine ernsthafte Erkrankung werden. Daher ist ab und zu ein „Check-Up“ beim Osteopathen sinnvoll, auch wenn noch keine Symptome vorhanden sind. Der Osteopath spürt erhöhte Spannung im Gewebe und behandelt sie!
Osteopathen arbeiten ausschließlich mit ihren Händen, die in mehr als 1000 Stunden darauf geschult werden, zu spüren, was der Körper und seine Gewebe an Informationen gespeichert haben. Die Basis dafür sind präzise Kenntnisse in Anatomie und Physiologie, die ein sicheres Arbeiten gewährleisten. Die verwendeten „Techniken“ sind sehr unterschiedlich und werden dem Patienten und seinen Problemen angepasst – von ganz sanften, kaum spürbaren Behandlungen z.B. am Kopf, über leichte Mobilisierungen, bis hin zu schnellen Gelenkstechniken.
Geschichtliches
Ihre Wurzeln hat die Osteopathie in Amerika, bei dem amerikanischen Arzt Dr. Andrew T. Still ( 1828-1917 ).
Das medizinische Wissen seiner Zeit konnte nicht verhindern, dass er drei seiner Kinder in einer Epidemie verlor. Diese und andere negative Erfahrungen waren für ihn die Motivation, weiter zu suchen, hinter den Vorhang zu schauen.
Er studierte und reflektierte die Anatomie nicht nur in äßerster Präzision, sondern auch mit großem Forschergeist - warum hat ein Knochen diese bestimmte Form, wozu dient eine winzige Kante, ein Vorsprung? Diese Ausrichtung auf Denken in Zusammenhänge ist bis heute die Basis der Osteopathie, die es möglich macht, ein ganzes Bild des Menschen zu sehen.
Ziel der Osteopathie
Gestörte Funktionskreise werden wieder hergestellt, damit die eigenen Kräfte des Körpers wirksam sein können. Es zählt rechtzeitiges vorbeugendes Eingreifen um die Gesundheit zu erhalten und gar nicht erst krank zu werden.
Drei Hauptsysteme der osteopathischen Behandlungsmethoden
Osteopathen beschäftigen sich einerseits mit der Wirbelsäule, den Gelenken, der Muskulatur, dem Bewegungsapparat usw. , was meist als "strukturelle Osteopathie" bezeichnet wird.
Wie aus dem vorherigen Beispiel mit der Leber ersichtlich wurde, muss auch die Beweglichkeit der inneren Organe überprüft und eventuell behandelt werden - dieser Teil ist als "viszerale Osteopathie" bekannt.
Ein dritter Teil ist die "Cranio-Sacrale Osteopathie".
Sie beschäftigt sich mit den sehr subtilen rhythmischen Bewegungen des Schädels und des Kreuzbeines ( lat. "Sacrum" ), die am besten mit einem "Ausdehnen und Zusammenziehen" beschrieben werden können. Für den Ungeübten kaum spürbar, sind diese "Techniken" in der Hand des erfahrenen Behandlers äßerst wirkungsvoll für den gesamten Körper!
Oft sind es Unfälle, Stöße, Schläge, aber auch bei Babys Geburtstraumen, die eine Einschränkung der normalen Bewegungen dieses Systems hervorrufen. Die Folgen können sehr verschieden und weitreichend sein: Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, aber genauso auch z. B. Magenprobleme, Hormonstörungen usw. um nur einige wenige zu nennen. Diese bisher wenig bekannten Zusammenhänge zu berücksichtigen, ist oft die Lösung sonst kaum behandelbarer Krankheitsbilder.
Für Neugeborene stellt die Geburt eine extreme Belastung dar. Durch den engen Beckenausgang können sich die Knochen der Schädelbasis und die zahlreichen Durchgänge für Blut- und Nervenbahnen zusammenstauchen. Extreme Drehungen oder Neigungen des Halses können Auswirkungen auf Halswirbel, Muskulatur und Faszien haben. Bei den sogenannten Schrei- und Spuckkindern lassen sich diese Asymmetrien des Schädels oder des oberen Halswirbelbereiches entdecken und mit Hilfe osteopathischer Griffe verbessern.
Indikationen
Kurz zusammengefasst ein Überblick über einige Problembereiche, mit denen es sinnvoll ist, einen Osteopathen aufzusuchen:
- Störungen am Bewegungsapparat wie z. B. Beschwerden an Wirbelsäule, Nacken und Gelenken
- chronische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Verdauungsstörungen, Nasennebenhöhlenentzündungen
- Regelbeschwerden, Reizblase, Störungen im Hormonhaushalt
- Bei Babys Schlafstörungen, Schrei- und Spuckkindern, Schielen, Schiefhals, nach schweren Geburten oder Kaiserschnitt, bei größeren Kindern Lern- und Konzentrationsstörungen, Fehlhaltung, Bewegungsstörungen, Entwicklungsstörungen, häufige Mittelohrentzündungen, Kieferregulierungen
Kontraindikationen
um ein paar wenige zu nennen:
- Bluthochdruck
- akute Entzündungen
- Schlaganfall
- akutes Schädel-Hirn-Trauma
Rechtlicher Hinweis
Die Osteopathie gilt in Deutschland als Heilkunde.
Die Heilkunde selbstständig ausüben dürfen nach deutschem Recht der Arzt und der Heilpraktiker.
Physiotherapeuten mit abgeschlossener osteopathischer Weiterbildung müssen "auf Verordnung"/ "in Delegation" eines Arztes oder Heilpraktikers osteopathisch arbeiten.